Norwegen,  Roman

Kinderwhore von Maria Kjos Fonn

Charlotte lebt alleine mit ihrer Mutter. Charlottes Mutter ist entweder zugedröhnt und schläft oder auf der Suche nach einem neuen Vater. Charlotte hat viele neue Väter kennengelernt, denn keiner bleibt. Charlotte ist schon mit sechs, diejenige die sich kümmert, statt dass sich um sie gekümmert wird. Mit acht entdeckt die das überforderte Mädchen, dass die Mamas Schlaftabletten auch ihr Erleichterung verschaffen. Als sie zwölf ist wird sie von einem weiteren neuen Vater über einen langen Zeitraum missbraucht und ihre Missbrauchskarriere beginnt. Promiskuität, Drogenmissbrauch, Prostitution, Suizidversuch, Heime und was sonst noch so dazu gehört.

Marja Kos Fonn lässt Charlotte ihre Geschichte erzählen. So beginnen die ersten Seiten mit einem kurzen Artikel pro Seite. Dann, mit zunehmenden Alter und Geschehen werden die Artikel länger und länger. Ganz großes Lob geht hier an die Übersetzerin Gabriele Haefs, die genau den richtigen Stil findet. Zeitweilig glaubte ich Charlottes Stimme zu hören.

Sicher ist eine solche Geschichte kein entspannender Schmöcker, aber dass soll es auch nicht sein. Hier geht es um Themen, die alle angehen und bei denen immer noch zu gerne weggesehen wird.

Autorin und Literaturrezensentin, meine weiteren Interessen sind weit gestreut, unter anderem fotografiere ist mit Begeisterung und bin eine von diesen Ökotanten, die kein Smartphone haben, koche bio, habe kein Auto, ganz zu schweigen davon, dass ich schwer Femnismus habe.

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