Krimi,  Norwegen,  Roman

Todesmörder von Gunnar Staalesen

Der Privatdetektiv Varg Veum wird von seiner Vergangenheit eingeholt. In seinen Jahren als Mitarbeiter des Jugendamtes, war er an der Inobhutnahme eines dreijährigen Jungen beteiligt. Da die drogensüchtige Mutter, auch nach einem Entzug, nicht in der Lage war sich um ihren Sohn zu kümmern, wurde das Kind in eine Pflegefamilie gegeben und später von den Pflegeeltern adoptiert. Hier begegnet Veum, Jan Egli, genannt Janni, drei Jahre später erneut. Der Grund, der Pflegevater ist die Treppe hinabgestürzt und hat sich das Genick gebrochen. Veum vermutet Janni als Täter, doch die Pflegemutter nimmt die Schuld auf sich. Weitere zehn Jahre später, Veum ist nicht mehr beim Jugendamt, sondern Privatermittler. Angeblich hat Janni seine Pflegeltern, mit denen er auf einem Hof außerhalb Bergens lebt, erschossen. Er wird verurteilt. Veum, der an seine Unschuld glaubt, konnte keine überzeugenden Beweise auftreiben. Nach seiner Entlassung geschieht ein weiterer Mord, Jwieder ist Janni der Verdächtige und auf der Flucht. Cecile, eine ehemalige Kollegin von Veum informiert ihn, dass Janni eine Todesliste erstellt hat, auf der auch er vermerkt ist.

Mit Todesmörder legt Gunnar Staalesen den 15. Roman um den Privatermittler Varg Veum vor. Es ist ein Kriminalroman wie ich ihn mir wünsche, nicht ein einfaches Who dunnit?, sondern ein komplexes Spiel mit Möglichkeiten, Ursachen und Gesellschaftskritik, ganz zu schweigen von den lebendigen Charakteren. Staalesens „Janni“ ist ein Opfer, dem man zutraut Täter zu sein. Er vertraut niemanden, ist auffällig in vielerlei Hinsicht und hat alle Schwierigkeiten, die ein Kind, dass in seinen ersten Lebensjahren keine Bindung und somit kein Urvertrauen entwickeln konnte, mitbringt. Trotz der Schwere der Themen, gibt es keinen erhobenen Zeigefinger und keine Larmoyanz. Staalesen erzählt eine spannende Geschichte und das macht er wundervoll. Ich habe die 412 Seiten in einer Nacht durchgelesen, ein größeres Kompliment kann ich keinem Buch, keinem Autor, machen.

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.