Norwegen,  Roman

Die Gabe von Ellen Vahr

Für ihren Roman hat sich Ellen Vahr eine ihrer Ahninnen als Vorlage für die Protagonistin Anne Marie genommen, die eine bekannte und geschätzte Heilerin war.

Anne Marie lebt mit ihrer Familie auf einer Kätnerstelle, das Leben der Familie ist von Hunger und Armut geprägt. Als Anne Elseby, einer weisen Frau begegnet, erkennt diese die Gabe des Heilens in dem Mädchen und beginnt sie zu unterweisen. Dann bekommt Anne eine Stelle als Dienstmädchen in Christiania (Oslo) angeboten und verliebt sich in den Dienstherren, einen Goldschmied. Sie wird schwanger und der Herr entledigt sich ihrer, wie seiner Zeit übrig. Anne steht nun also mit einem unehelichen Kind da und ist von der Gesellschaft geächtet. Sie hat Schuldgefühle und denkt, dass sie ihre Gabe verloren hat, findet dann aber trotz aller Widrigkeiten zu ihrer Bestimmung.

Was auf den ersten Blick, wie ein typischer historischer Roman liest, ist sehr viel mehr. Es erzählt von den harten Bedingungen der Frauen in der Zeit der Industrialisierung und von der bigotten Moral. So ist ja durchaus bekannt, dass die Gesellschaft mit nicht verheirateten Müttern nicht gerade zimperlich umsprang, während die Erzeuger der Kinder, wenn sie bekannt wurden, mit einem Klaps auf die Finger davon kamen. Weniger bekannt ist, dass eine ledige Mutter durchaus im Zuchthaus landen konnte. Interessant auch, dass Heiler!nnen von der Obrigkeit mit drastischen Strafen verfolgt wurden. Die Schulmedizin war auf dem Vormarsch und wollte keine Konkurrenz.

Übersetzung aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs

https://www.genialokal.de/Produkt/Ellen-Vahr/Die-Gabe_lid_40374880.html?storeID=zapata

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